Wohnraum für Studierende schaffen
„Junges Wohnen“ braucht verlässliche Förderung und Verwaltung
- Das Programm „Junges Wohnen“ gewährt 55.000 EUR Zuschuss pro neuem Wohnplatz.
- Für 2023 und 2024 wurden insgesamt rund 65 Mio. EUR an Bundesmitteln sowie 10 Mio. EUR an Landesmitteln bewilligt.
- Auch für 2025 werden wieder rund 32,5 Mio. EUR für studentisches Wohnen bereitgestellt.
- Mittel- und langfristig sollte ein zusätzliches Programm für die Modernisierung, Sanierung und Instandsetzung von Wohnheimen geschaffen werden.
- Zudem stellt die Nachweispflicht zur Wohnberechtigung insbesondere für internationale Studierende eine erhebliche Hürde dar und gefährdet somit eine erfolgreiche Belegung.
- Eine praktikable Umsetzung scheitert aktuell an fehlenden personellen und fachlichen Kapazitäten bei den Regierungspräsidien und der Kostenfrage des Vollzugs.
Unsere Fragen:
- Wie wird sich Ihre Partei für eine Öffnung des Programms „Junges Wohnen“ für Modernisierung, Sanierung und Instandsetzung sowie eine gesicherte Förderverwaltung einsetzen?
- Wird sich Ihre Partei für eine Entbürokratisierung der Zugangsvoraussetzungen (z. B. WBS-Nachweis) stark machen?
Investitionen ermöglichen
Verpflegungseinrichtungen sichern und modernisieren
- Der Haushaltstitel für Investitionskostenzuschüsse (Kap. 1409 Titel 894 87B) ist derzeit überbucht.
- Keine Planungssicherheit vorhanden, da Zuschüsse für Einzelinvestitionen (bisher 75%) im Verpflegungsbereich wie bspw. essentielle Küchengeräte aktuell nicht bewilligt werden.
- Gleichzeitig sind die Mensen Teil der wichtigen Infrastruktur für die Versorgung von Studierenden.
- Die Mittel aus dem Titel dienen nicht nur der Förderung von Einzelinvestitionen, sondern decken auch Transfers an das Landesvermögen für Bauprojekte ab.
- Die Finanzierung ist weder kalkulierbar noch verlässlich. Zwar werden sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausgestellt, dennoch können notwendige Maßnahmen nicht planungssicher umgesetzt werden.
Unsere Fragen:
- Wie möchte Ihre Partei den Investitionsstau in Mensen und Cafeterien lösen?
- Welche Vorschläge hat Ihre Partei zur Reform des Fördertitels, um eine transparente und sichere Förderung zu gewährleisten?
Energiekosten übernehmen
Gleichbehandlung mit den Hochschulen herstellen
- Die Energiekosten der in Landesgebäuden untergebrachten Hochschulgastronomie steigen weiterhin erheblich.
- Für 2025 betragen sie 8,79 Mio. EUR – über 15 % mehr als im Vorjahr.
- Das Land übernimmt vergleichbare Mehrkosten für Hochschulen, nicht jedoch für Studierendenwerke. Diese Ungleichbehandlung muss korrigiert werden.
- Denn ohne eine zusätzliche Förderung der Energiekosten sind Kürzungen bei Angebot und Qualität der Verpflegung sowie steigende Preise für Studierende unvermeidbar.
Unsere Fragen:
- Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass die Energiekosten der Studierendenwerke analog zu den Hochschulen künftig vollständig vom Land übernommen werden?
- Falls ja, welche Maßnahmen schlägt Ihre Partei zur langfristigen Absicherung dieser Betriebskosten vor?
BAföG und Verwaltungsdigitalisierung
Reformbedarf anerkennen – Vollzugskosten realistisch abbilden
- Die Bearbeitungszeiten bei BAföG-Anträgen betragen teils bis zu zehn Monate.
- Eine zur Steigerung der Bearbeitungsquote dringend benötigte E-Akte wurde bisher nicht umgesetzt.
- Stattdessen wird vom MWK nun eine komplette Neuentwicklung angestrebt – Übergangslösungen werden geprüft.
- Die derzeitige Aufwandskostenerstattung ist nicht kostendeckend.
- 2025 stehen nur noch 15,175 Mio. EUR zur Verfügung (2026: 15,179 Mio. EUR), bei einem Defizit von bis zu 1,4 Mio. EUR.
- Die Abrechnung erfolgt über das „Musteramt“, jedoch besteht eine deutliche Lücke zwischen realen und als notwendig anerkannten Kosten.
Unsere Fragen:
- Welche konkreten Maßnahmen wird Ihre Partei zur Beschleunigung und Digitalisierung des BAföG-Vollzugs ergreifen?
- Wie wird Ihre Partei dafür sorgen, dass die tatsächlichen Vollzugskosten der BAföG-Bearbeitung zukünftig vollständig erstattet werden?
Psychosoziale Beratung verstetigen
Niedrigschwellig, kostenlos, flächendeckend
- Seit 2022 unterstützt das Land Baden-Württemberg die Studierendenwerke mit zusätzlichen Mitteln für psychologische Fachkräfte und Sachmitteln.
- Diese Förderung ist angesichts wachsender Beratungsbedarfe unverzichtbar.
- Die Entfristung, Verstetigung und Ausweitung dieser Mittel ist dringend erforderlich, um das Angebot langfristig und bedarfsgerecht aufrechtzuerhalten.
Unsere Fragen:
- Wird Ihre Partei sich für eine dauerhafte institutionelle Mehrförderung der psychosozialen Beratung an den Hochschulen einsetzen?
- Welche Pläne verfolgt Ihre Partei, um das psychosoziale Angebot flächendeckend und kostenfrei zu sichern?
Soziale Infrastruktur sichern
Finanzhilfe bedarfsgerecht ausgestalten
- Für die Jahre 2026 bis 2029 wird die Finanzhilfe für die acht Studierendenwerke um 1,2 Mio. EUR erhöht und beträgt somit insgesamt 23,866 Mio. EUR pro Jahr.
- Trotz dieser Erhöhung ist der Ansatz nicht bedarfsgerecht: Die Studierendenwerke verzeichnen allein im Jahr 2026 tarifbedingt rund 5,6 Mio. EUR zusätzliche Personalkosten sowie eine Energiekostensteigerung um 1,2 Mio. EUR.
- Die reale Mehrbelastung übersteigt somit die vorgesehene Erhöhung deutlich.
- Diese strukturelle Unterfinanzierung gefährdet den qua Gesetz geregelten sozialen Auftrag der Studierendenwerke und führt zur Verlagerung der Kostenlast auf die Studierenden.
- Speziell für internationale Studierende, die in BaWü noch zusätzlich Studiengebühren bezahlen, ist die finanzielle Belastung enorm und wird sich auf die Entscheidung für den Studienstandort auswirken.
Unsere Fragen:
- Wie wird Ihre Partei sicherstellen, dass die strukturelle Unterfinanzierung vermieden wird und die Finanzhilfe des Landes künftig auch tarifliche Personalkostensteigerungen und inflations-bedingte Mehrausgaben berücksichtigt?
- Wie verhindert Ihre Partei die Umverteilung steigender Betriebskosten auf die Studierenden durch Beitragserhöhungen?
Über uns
Die Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2026 wurden von den acht baden-württembergischen Studierendenwerken erstellt. Gemeinsames Ziel ist, allen Studierenden die bestmögliche Unterstützung bei der Bewältigung des Studiums zu bieten – insbesondere in sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesundheitlichen Belangen.













